Nachdem ich gestern schon einige Bilder hochgeladen habe, nocheinmal ein etwas ausführlicher Bericht zur Romfahrt.

Über die Fahrt an sich ließ sich nichts besonderes sagen, was tatsächlich ziemlich genial war, war ein McDonald’s, gebaut direkt vor dem Brenner-Fernpass an einem Berghang – das geniale war eher nicht das McDonald’s, sondern eher die Aussicht – und die Tatsache, dass es dort einen ziemlich stabilen gratis WLAN-Zugang gab.

Meine Unterkunft in Rom, Country Club Castel Fusano, war … nunja, vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Definit war sie nicht so schlecht, wie viele Bewertungen auf Reiseportalen behauptet haben, aber dennoch ist es schon eine Erfahrung, dass von 6 Telefonzellen nur 3 funktionieren, davon 2 nur mit einer speziellen Telefonkarte, die nur in diesen Telefonen funktionierte und 5 Euro kostete und eine, die zwar auch Münzen annahm – aber dann nur innerlands telefonieren ließ.

Auf meiner Suche nach einer Telefonzelle habe ich dann schließlich noch eine kleine Pizzeria entdeckt, die für die nächsten Tage der Hauptaufenthaltspunkt werden sollte – zu einem relativ günstigen Preis bekam man dort Pizzastreifen, von Papier umwickelt.

Das war auch eine der interessantesten Erfahrungen, die ich in Rom machen konnte, dass Pizza dort meist gefaltet in einer Art Butterbrotpapier  serviert wird – um ehrlich zu sein sogar eine sehr effiziente Methode – und solang die Pizza nicht vorher schon 1 Stunde bei 30° C vor sich hingeschwitzt und dann nochmal für 20 Sekunden im Ofen erwärmt wurde, ist es doch eine ziemlich saubere Sache.

Kulturell hat Rom auch einiges zu bieten – und daran erkennt man wirklich, warum Rom auch als die ewige Stadt bezeichnet wird – es ist so, dass quasi alle Kulturen  und Epochen nebeneinander zu existieren scheinen. An dem selben Tag habe ich erlebt, wie Tausende von Menschen in das Collosseum gestürmt sind um dort die Ruinen vergangener Tage zu besichtigen, eine arme Bettlerin auf der Straße gesehen, die mit heiserer Stimme demütig am Boden lag und ununterbrochen gebetet hat, während sich ein Tourist zusammen mit ihr fotografieren lassen hat und in einigen Hintergassen Aufkleber entdeckt, die sich mit Kreationismus beschäftigt haben.

Gerade das hat Rom für mich ausgemacht, es ist eine Stadt, die viel näher an der Kultur gewachsen ist, als es hier in Deutschland überhaupt möglich zu sein scheint – viel mehr wirkt es so, als ob man als Besucher der Stadt sogleich in ihre Kultur mit aufgenommen wird – aber dennoch wie ein Beobachter wirkt.

Einkaufen in Rom – um ehrlich zu sein, konnte ich damit nicht sonderlich viel Erfahrung machen, ich habe einige wirkliche sensationelle Sachen entdeckt (Boxershorts auf denen die Schritte von Mamorstatuen aufgedruckt worden), wurde jedoch auch Zeuge des Straßenhandels.

Meist sind es Afro-Amerikaner, die durch die Straßen ziehen … die harmlosesten sind immernoch die, die Rosen an wildfremde Frauen verschenken, dann gibt es die, die bei Regen rumgehen und Regenschirme verkaufen (bei Sonnenschein waren es dann tatsächlich Sonnenschirme), oder auch die, die mit Mehl gefüllte Luftballons, geziert mit einem Gesicht für 1 € das Stück verkaufen.

Doch dann gibt es auch die Kehrseite … an der Straße  zum Petersplatz, nur wenige Meter von einem Polizei-Auto entfernt standen sie alle in einer Reihe und verkauften gefälschte Markenartikel (Armbanduhren und Handtaschen) – und tatsächlich gab es Leute die das dann gekauft haben.

Manchmal kommt es einem echt so vor, als würden einem die armen Straßenverkäufter Mitleid erregen … und das ist die große Gefahr daran – denn für gefälschte Markenartikel werden saftige Bußstrafen in Italien erhoben.

Apropos – eine sehr interessante Sache in einem Bistro erlebt – 6 € sollte die Pizza laut Karte kosten – am Ende wurden mir noch 1,50 € extra Gebühr berechnet – aber solche seltsamen Geschäftsmethoden sind in Italien anscheinend üblich.

Was auch noch sehr interessant war, war die vom Vulkanausbruch verschüttete und konservierte Stadt Pompeji, in der Nähe von Neapel. Besonders faszinieren waren die mit Gips ausgegossenen Abdrücke von Menschen, die im Schlaf durch die Vulkanausbruch erschreckt wurden – für die Ewigkeit ist dieser Moment der Überraschung nun in Stein verewigt.

Auch kuriose Sachen gab es die in Stein verewigt wurden, so ein original römisches Bordell, in dem tatsächlich Wandfresken zu sehen waren, in denen die Stellungen die einem angeboten wurden dargestellt wurden – und später im Souvenirshop konnte man sich Penisse aus Vulkangestein kaufen – wer’s braucht …

Zusammenfassend – eine sehr interessante Woche.