No TwitterAuf Grund eines sehr interessanten Posts in einem anderen WordPress-Blog (Link) habe ich mich entschlossen, hier meine eigene Meinung kund zu tun.

Twitter ist der sinnloseste Online-”Dienst”, den es in meinen Augen je gab.

Wozu ist Twitter da bzw. was kann es eigentlich? Sozusagen ist es dafür gedacht, ständig anderen Leuten seinen Status sagen zu können, was man gerade macht. Aber mal ehrlich? Wen interessiert sowas? Wie langweilig muss einem sein, dass man stundenlang vor dem Bildschirm hockt als “Follower” einer anderen Person und auf neue “Status”-Nachrichten wartet. Und dann kommt sowas wie “habe gerade zu Mittag gegessen, gab Spagetti” oder “bin Rasen mähen”. Wen interessiert sowas? Mich mal sowas von gar nicht. Und wer sowas ernsthaft benutzt, dem muss wohl echt verdammt langweilig sein.

Zudem macht es uns noch mehr zum gläsernen Menschen als wir eh schon sind. Wer bei einem solchen Dienst dabei ist und mitmacht, der wird wohl auch sehr großen Einblick in sein Privatleben gewähren, alles indirekt, indem er nur sagt, was er macht (ist ja prinzipiell harmlos – wenn man es nicht übertreibt, was sicher viele tun). Und diese Nachrichten kann dann die ganze Welt überall sofort abrufen; inkl. z.B. meinem Chef. Und meinen Chef gehts sogesehen mal gar nichts an, was ich privat so mache, solange es sich nicht auf meine Arbeit auswirkt. Das ist Informationen-Sammeln auf die Schäubleart – hinterhältig, wie ein Trojaner. Die Menge an eMail-Adressen, die sich in der User-Datenbank von Twitter befinden, möchte ich gar nicht wissen. Was Spammer für eine solche Liste zahlen würden steigt sicher in unermessliche Höhen und wer garantiert, dass diese Mail-Adressen nicht doch irgendwie unter verdeckter Hand weitergegeben werden? Wobei man das nicht nur auf Twitter beziehen kann, das gilt generell für alle Online-Dienste.

So lässt sich von jeder Peron ein echt tolles Persönlichkeits-Profil erstellen, vor allem, wenn er dann auch noch verlinkt, bei welchen Seiten er noch so angemeldet ist (natürlich führt der Link dann gleich zu seinem Profil). Eigentlich müsste ich mal ausprobieren, wieviel man über eine Person, die man willkürlich aus einem solchen Online-”Community”-Dienst wählt, herausfinden kann. Ist sicherlich eine ganze Menge.

Für Personalchefs ist diese Art sowieso schon Gang und Gäbe. Eine Bewerbung mag auf den ersten Blick toll aussehen; inkl. dem “vorgetäuschten” Persönlichkeitsprofil. Da liegt es doch nahe, im Internet zu forsten, was man über seinen Bewerber so alles findet. Nicht, dass ich in Bewerbungen etwas vortäuschen müsste und tue, aber: das muss doch eigentlich nicht sein.

Mal generell zurück zu Twitter speziell: Was auch erstaunlich ist: der totale Medienhype. Ständig wird angepriesen, dass man Nachrichten über Bombenanschläge oder umgefallene Reissäcke in China sofort auf Twitter lesen kann. Idealer Stoff für Journalisten. Wobei ich mir da Sorgen mache um die Vertrauenswürdigkeit. Richtig große Nachrichtenagenturen wie Reuters oder dpa sind ja bekannt und dürfen sich keine Fehlinformationen leisten. Aber eine einzelne individuelle Person als vertrauenswürdige Quelle hinzustellen? Ich weiß nicht so recht. Diese Art, Nachrichtenseiten im Internet aufzustellen gibt es in unüberschaubarer Anzahl – einer amerikanischen Zeitung ist dabei mal ein echt peinliches Missgeschick unterlaufen, weil die Nachrichtenschlagzeilen nicht moderiert und geprüft werden. So ließ sich einmal die Aktie von Apple z.B. ordentlich in den Keller prügeln. Immerhin hatte es für Apple einen posiiven Nebeneffekt: als bekannt wurde, dass die Nachricht eine Fälschung war, kletterte der Kurs höher, als er davor war.

Mein Fazit: Es ist wahnsinn, was für eine Menschenmasse heutzutage Twitter nutzt und sich dabei cool fühlt. Ist auch ein Grund für mich, als Mainstream-Gegner, sowas abzulehnen. Shoot this fucking bird!

Wozzap